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Was Motorrad-Wiedereinsteiger auf jeden Fall beachten sollten

Liebe Wiedereinsteiger!

2020 war ein gutes Rollerjahr – trotz Corona und nicht zuletzt durch die Aufwertung des PKW-Führerscheins: Seit Januar des Jahres durften Autofahrer im Alter von mindestens 25 Jahren, die mindestens seit fünf Jahren den Autoführerschein hatten, Leichtkrafträder fahren. Das sind auch Motorroller mit einem Hubraum bis 125 Kubikzentimeter und maximal 15 PS.

“Auf die Regelung, dass Autofahrer ohne großen Aufwand auch leichte Krafträder fahren dürfen, haben viele gewartet”, sagt in der Nachbetrachtung Reiner Brendicke, Hauptgeschäftsführer des Industrie-Verband Motorrad Deutschland (IVM). Hinzu kommt, dass Coronabedingt viele Pendler den Roller als Alternative zum ÖNVP ausgemacht haben.

Die positive Folgen für den Rollermarkt lassen sich an Zahlen festmachen: Im ersten Halbjahr 2020 gab es bei den leichten Rollern mit knapp 15.000 Neuzulassungen ein Plus von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilt der IVM mit.

Mit der Zahl von Zweirad-Neuzulassungen steigt allerdings auch das statistische Unfall-Risiko: Am meisten gefährdet unter den Motorradfahrern sind Männer zwischen 40 und 60 Jahren. «Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit sind leider auch viele Wiedereinsteiger in dieser Gruppe zu finden», sagt Christian Buric vom ADAC.

Was also tun, bevor man sich nach jahrelanger Abstinenz wieder auf einen Roller setzt?

Auch Du musst zum TÜV

Geh zum Check bei deinem Hausarzt. Seit Du das letzte Mal auf einem Motorrad oder Roller gesessen hast, ist die Schere weiter auseinander gegangen. Deine Reflexe, deine Augen, deine Ohren sind möglicherweise schlechter geworden, während die Roller schneller und der Verkehr dichter geworden ist. Das gilt auch, wenn Du noch unter fünfzig bist.

Üben, üben, üben

Dein Roller ist kein Fahrrad, auch wenn Du glaubst, dass man “Fahrradfahren nicht verlernt”. Denn ein neuer Roller von heute ist mit den knatternden Kisten von anno dazumals nicht mehr zu vergleichen.

Die Beschleunigung ist wesentlich stärker und linearer, denn manuelle Gangschaltung und Kupplung sind völlig out. Man ist heute so schnell auf fünfzig wie früher angefahren. Dafür beissen die Bremsen heutzutage vorne wie hinten, kein Vergleich zu den schlaffen Trommeln, an die sich Wiedereinsteiger womöglich noch erinnern. Zwei Bremshebel und eine Feststellbremse, die gab es früher auch nicht. Dafür haben wir heute ABS; an diese automatische Stotterbremse muß man sich ebenfalls neu gewöhnen.

Deshalb: Nicht nur das Beschleunigen, auch das Bremsen will neu gelernt sein. Bei Tempo 80 voll auf die Bremsen zu steigen, dazu muß man sich erst einmal überwinden. Ohne ABS wäre das früher eine teure Katastrophe geworden: Wo ein moderner Roller heute brav in der Spur bleibt, wäre früher der hintere Reifen über die Straße radiert und das Vorderrad ausgebrochen.

Gut, die Erfahrungen von früher hat man irgendwo abgespeichert und auch nicht wirklich verlernt. Doch dass alles schneller geht und welche dramatischen Folgen es haben kann, verdrängt man gerne.

Hilfestellung

Lass Dich von den möglichen Problemen nicht abschrecken. Du wirst deinen Roller souverän pilotieren, wenn Du ein Wiedereinsteigertraining bei einem Hersteller oder bei freien Organisationen wie dem ADAC absolviert hast.

Diese Angebote – meist acht Stunden an einem Tag – haben alle ähnliche Trainingsinhalte: Es geht um Fahrzeugbeherrschung, richtiges Sitzen, um das zielführende Blicken und Lenken, um dein Balancegefühl, aber auch um das richtige Bremsenbei nassser Fahrbahn und um die Reaktion in schwierigen Fahrsituationen.

Der passende Roller

Was willst Du eigentlich mit deinen neuen Roller? Mal schnell zum Einkaufen fahren? Den Sohnemann beim Training abwerfen? An fünf Tagen der Woche zur Arbeit in die Stadt pendeln?

Oder schweben Dir vor, im Sommer endlich diese tausend Kilometer langen und ganz persönlichen Roadmovie entlang der Ostseeküste zu machen, von dem Du seit Jahren träumst? Oder mit deinen Kumpels durch die Alpen fahren?

Klar, eigentlich könne man alles machen, aber was dann wirklich geht, hängt auch etwas davon ab, für welche Rollerklasse Du schon entscheidest. Die neuen Roller von heute können viel mehr als die schwachbrüstigen Zweitakter, auf denen Du gelernt hast. Mach Dich also schlau: Treib Dich in den einschlägigen Roller- und Reiseforen rum, bevor Du den Kaufvertrag unterschreibst.

Neuer Roller, neue Ausrüstung

Tue Dir bitte einen Gefallen: Entsorge den alten Helm, der vielleicht schon zwanzig Jahre im Keller gelegen hat. Er sieht zwar inzwischen wieder gut aus – da irre retro, aber Schutz bietet er nicht mehr. Die Kunst- und Verbundstoffe, die bis weit in die Neunziger Jahre verarbeitet wurden, sind längst ausgehärtet und haben ihr Verfallsdatum überschritten.

Auch die restliche Ausrüstung, die Du ausgegraben hast, sollte kritisch auf den Prüfstand: Ist das Leder noch gut? Die Handschuhe noch geschmeidig? Sind da überhaupt Protektoren drin?

Nun, bei vielen Wiedereinsteigern erübrigt es sich ohnehin, diese Fragen im Detail zu beantworten. Denn völlig unerklärlicherweise sind nämlich über die Jahre alle Bekleidungstücke in der Hüftgegend um ein oder zwei Konfektionsgrößen geschrupft …

Fazit: Checken. Üben. Helfen. Wählen. Kaufen.

 

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